Hoher Bedarf, aber noch großes ungenutztes Potenzial
Die aktuelle Studie zeigt: Mikroförderungen bis 5.000 € sind eine große Hilfe, um das Engagement vor Ort angesichts knapper öffentlicher Kassen zu stärken – doch viele Vereine erreichen diese Mittel noch nicht.
🔎 Zentrale Ergebnisse der Studie „Kleine Summen, große Hilfe?“
💡 Große Bedeutung kleiner Summen
Rund 40% der zivilgesellschaftlichen Organisationen nutzen bereits Mikroförderungen – vor allem für Anschaffungen z.B. Laptops (60%) und die Durchführung von Veranstaltungen (45%).
🏛️ Lokale Förderer spielen Schlüsselrolle
73% der Förderungen kommen von regionalen Akteuren wie Bürger- und Sparkassenstiftungen, neben landes- und bundesweiten Förderinstitutionen, wie Landesministerien, der DSEE oder der Aktion Mensch e.V.
💰 Klare Präferenz bei Förderhöhe
43% der Organisationen wünschen sich Förderungen im oberen Bereich von 4.000–5.000 €, während Kleinstbeträge unter 500€ kaum als ideal angesehen werden.
⚠️ Bekanntheit und Bürokratie bleiben Hürden
o 73% der Organisationen, die keine Förderung nutzen, fehlt schlicht Wissen über entsprechende Angebote.
o Organisationen schätzen Aufwand für Antrag und Abwicklung auf 4 bis 10 Stunden.
👥 rein ehrenamtliche Organisationen im Nachteil
Organisationen ohne hauptamtliches Personal haben deutlich schlechtere Zugänge zu Fördermitteln und greifen häufiger auf persönliche Kontakte statt auf strukturierte Netzwerke zurück.
🎯 Unterschiedliche Bedarfe je nach Engagementfeld
Während Sport- und Umweltorganisationen Mikroförderungen vor allem für Ausrüstung und Materialien einsetzen, nutzen Organisationen aus Kultur, Bildung und dem sozialen Bereich die Mittel häufiger für Veranstaltungen, Honorare und Aufwandsentschädigungen.
📊 Breite Datenbasis der Studie
Die Studie basiert auf einer bundesweiten Befragung von 1.432 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen. Gefördert wurde die Studie von WestLotto.
📌 Die Empfehlungen:
✅ (neue) Förderprogramme stärker sichtbar machen, vor allem für ehrenamtliche Organisationen
✅ Instrument Mikroförderung besser erklären: Hier sind vor allem Beratungsstellen fürs Engagement gefragt
✅ Förderinstitutionen sollten bürokratischer Aufwand prüfen und möglichst reduzieren
✅ Förderhöhen sollten stärker am Bedarf der Organisationen orientieren
✅ Förderinstitutionen sollten sich eigener Steuerungswirkung bewusst sein: Sie nehmen über Themenschwerpunkte, Förderhöhen, Zugänge direkten Einfluss auf die Engagemententwicklung.
Denn klar ist: Schon kleine Beträge können große Wirkung entfalten – wenn sie die Engagierten auch wirklich erreichen. 🤝
📄 Die komplette Studie gibt es hier: https://ziviz.de/publikationen/mikrofoerderungen_in_zivilgesellschaftlichen_organisationen