Sie engagieren sich für Brandenburg und seine Menschen, geben ihr Wissen weiter, bewahren Heimatgeschichte, stärken die Justiz und die Kultur: Elf Frauen und Männer sind am Montag für ihren herausragenden Einsatz von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke mit der Verdienstmedaille des Landes Brandenburg ausgezeichnet worden. Woidke betonte: „Sie alle geben Ihre Zeit, Ihre Tatkraft, Ihren Ideenreichtum und Ihre ganze Hingabe. Für Themen, die Ihnen am Herzen liegen, Projekte, die nach vorne gebracht werden müssen und allem voran für Ihre Mitmenschen. Die können sich voll und ganz auf Sie verlassen. Dafür sage ich heute Danke.“  

Woidke weiter: „Sie haben kluge Ideen, geduldige Ohren, offene Türen und vor allem offene Herzen. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, haben Antworten auf unzählige Fragen und Lösungen selbst für komplizierte Probleme. Das macht aus einem Ort voller Menschen eine echte Gemeinschaft. Genau die brauchen wir und haben wir vielleicht nie so dringend gebraucht wie dieser Tage, in denen manch einer die Unterschiede mehr betont als all das, was uns verbindet.“

Über die Geehrten:

Jürgen Brauße aus Blankenfelde (Teltow-Fläming) engagiert sich mit großem Einsatz dafür, die Zucht varroatoleranter Buckfastbienen in Ostdeutschland voranzubringen. Ziel ist, Bienenvölker zu züchten, die möglichst gut selbst mit der Varroamilbe leben können und deshalb ohne chemische oder andere Bekämpfungsmittel auskommen. Dazu hat Jürgen Brauße mit dem Aufbau eines eigenen Zuchtstamms varroatoleranter Buckfastbienen einen wichtigen Beitrag geleistet. Sein Wissen gibt er ehrenamtlich an andere Imkerinnen und Imker weiter und stärkt damit das Netzwerk der Berufs- und Freizeitimker und zeigt dem Nachwuchs Perspektiven auf. Darüber hinaus war er von 1998 bis 2003 ehrenamtlicher Ortsvorsteher des Ortsteils Blankenfelde. Woidke: „Jürgen Brauße hilft dabei, die Imkerei zukunftsfest zu machen. Sein Erfolg zeigt, wie gezielte Zuchtarbeit dazu beitragen kann, Bienenvölker widerstandsfähiger zu machen und den Einsatz von Bekämpfungsmitteln langfristig zu reduzieren.“

Heidemarie Harth aus Lindow (Mark) aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin engagiert sich seit mehr als 50 Jahren in verschiedenen Ehrenämtern. Seit 1972 ist sie Vorstandsmitglied im Lindower Sportverein Grün-Weiß und betreut wöchentlich drei Gymnastikgruppen. Ebenfalls in den 1970er Jahren gründete sie mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern den Lindower Karnevalverein und ist seither als Trainerin unentbehrlich. Zudem engagiert sie sich kommunalpolitisch. Seit 2017 ist sie auch Seniorenbeauftragte. Woidke: „Fünf Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement sind ein beeindruckendes Zeichen für Verantwortungsbewusstsein, Tatkraft und Gemeinschaftssinn. Ob im Sportverein, als Mitgründerin des Karnevalvereins oder in der Kommunalpolitik – Heidemarie Harth hat das gesellschaftliche Leben in Lindow nachhaltig mitgestaltet und setzt sich in besonderer Weise für andere Menschen ein. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung und Respekt.“

Hans-Jürgen Nau aus Berlin engagiert sich seit über 40 Jahren als ehrenamtlicher Richter an Sozialgerichten in Berlin und Brandenburg. Er hat mit hoher Sachkenntnis, menschlichem Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zur Rechtsprechung beigetragen. Woidke: Vier Jahrzehnte ehrenamtlicher Dienst neben einem fordernden Beruf und den Pflichten als Familienvater – das zeugt von einem außergewöhnlichen Maß an Pflichtbewusstsein. Hans-Jürgen Nau hat mit seiner Arbeit die lebensnahe Justiz gestärkt und uns allen gezeigt, was es bedeutet, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.“

Dr. Joachim Rohr und seine Ehefrau Dr. Maria Rohr aus Lübeck haben sich mehr als 30 Jahre für die Rekonstruktion des durch Vandalismus, Kriegsschäden und Natureinflüsse zerstörten historischen Friedhofs in Küstrin-Kietz (Märkisch-Oderland) eingesetzt. Die Finanzierung haben sie in großen Teilen selbst übernommen. Insgesamt konnten durch ihr Engagement und das weiterer Helferinnen und Helfer 150 Grabsteine geborgen, restauriert und aufgerichtet werden. Auf ihre Initiative ist der von der Wehrmacht angelegte Soldatenfriedhof neugestaltet und 1995 als Kriegsgräberstätte eingeweiht worden. 2003 wurde der Friedhof in die Denkmalliste aufgenommen. Woidke: „30 Jahre unermüdlicher Einsatz. Finanziert aus eigenen Mitteln. Sie haben den historischen Friedhof gerettet und mit ihrem Engagement den Toten ihre Würde zurückgegeben. Mein allerherzlichster Dank für dieses Lebenswerk.“

Das Ehepaar Raymund Stolze und Dr. Gabriele Stolze aus Hönow (Märkisch-Oderland) hat in Hoppegarten und Umgebung eine dreiteilige Kulturreihe initiiert und zahlreiche Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger jeden Alters organisiert. Lyrik, Filmvorführungen, Konzerte, Diskussionen mit Kunstschaffenden, Ausstellungen und Cartoonwettbewerbe – all das geht auf das Engagement der Eheleute zurück. Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Zudem waren die Stolzes an der Verlegung der ersten Stolpersteine in Neuenhagen zur Erinnerung an jüdische Frauen und Männer beteiligt. Woidke: „Das Ehepaar Stolze bietet Kultur niedrigschwellig an und macht sie für jeden zugänglich. Ob Lyrik, Konzerte oder lebendige Erinnerungskultur: Ihr vielfältiges Engagement bringt Menschen jeden Alters zusammen und bereichert das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde Hoppegarten nachhaltig.“

Der freie Journalist und Autor Olaf Waterstadt und seine Ehefrau Ingrid Waterstadt aus Putlitz (Prignitz) engagieren sich seit Jahren dafür, die Stadt- und Heimatgeschichte zu bewahren. So hat Olaf Waterstadt in drei Bild- und Erzählbänden das Leben in Putlitz – damals und heute – festgehalten. Zudem setzten sie sich für den Aufbau der Putlitzer Heimatstube ein. Ihr jüngstes, großes und durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung gefördertes Projekt war die Digitalisierung und Nutzbarmachung der regionalen Tageszeitung „Putlitzer Nachrichten“ der Jahrgänge 1925 bis 1941 – dies beinhaltete weit mehr als 3.000 Zeitungen und knapp 33.000 Scans. Woidke: „Als Ehepaar haben sie in bewundernswerter Gemeinschaftsarbeit unzählige Stunden investiert, um Heimatgeschichte zu sichten, zu digitalisieren und für nachfolgende Generationen zu bewahren. Sie sorgen dafür, dass ein wichtiger Teil der Geschichte einer der ältesten Städte der Prignitz mit ein paar wenigen Klicks für zugänglich ist.“

Gabriele Wolter aus Brandenburg an der Havel ist Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel GmbH. Seit vier Jahrzehnten hat sie sich in unterschiedlichen Funktionen und weit über ihre beruflichen Pflichten hinaus um die Gesundheitsversorgung in der Stadt verdient gemacht – seit 1992 als Geschäftsführerin. In dieser Funktion hat sie das Universitätsklinikum zu einer modernen Einrichtung mit anerkannter Schwerpunktversorgung und zu einem der größten Arbeitgeber der Region entwickelt. Zudem war sie an der Gründung der medizinischen Hochschule Brandenburg beteiligt. Woidke: „Jahrzehnte voller Herzblut und Weitsicht: Gabriele Wolter hat die Gesundheitsversorgung der Stadt nicht nur verwaltet, sondern mit Klarheit und Empathie zukunftsfähig gestaltet. Ihr Fokus lag dabei immer auf dem Wohl der Patientinnen und Patienten und dem Rückhalt für die Beschäftigten. Gabriele Wolter ist eine echte Macherin.“

Hinweis: Geehrt wurde eine weitere Person, die aber nicht namentlich genannt und veröffentlicht werden möchte.